Nostradamus - Propheten und ihre Zukunftsprognosen

RedakteurIn: Gerald Perfler
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Wer Informationen über zukünftige Ereignisse hat, war und ist zumeist im Vorteil. Wenn man in früherer Zeit etwa wusste, wann ein Überfall auf ein Dorf stattfinden würde, konnte man sich davor schützen. Solche Informationen können das eigene Leben oder Hab und Gut retten, aber auch einfach dazu dienen sich zu bereichern oder einen Vorteil gegenüber anderen zu erwirken. Man denke hier etwa an die diversen Insidergeschäfte, wenn jemand Anteile einer Firma mit großem Gewinn verkauft, kurz bevor die Firma in die Insolvenz schlittert und die Anteile der anderen Teilhaber somit wertlos werden. Dies ist zwar von Vorteil für den, der die Informationen hatte, aber sehr ärgerlich für alle anderen - ganz abgesehen davon, dass Insiderhandel strafbar ist.

Informationen über die Zukunft

So ist es auch nicht verwunderlich, dass viele Menschen daran interessiert sind, an Informationen über die Zukunft zu gelangen. Aber woher soll man solche Informationen erhalten. Da gibt es aus meiner Sicht nur 2 Möglichkeiten: Entweder man bekommt Insiderinformationen, die nicht allen zugänglich sind (Zinsänderungen von Notenbanken, geplante Rabattaktionen oder dergleichen) oder man vertraut Personen, die angeblich in die Zukunft blicken und zukünftige Ereignisse vorhersagen können.

Propheten

Ob man sie nun als Propheten, Kundige, Wahrsager, Orakel, Hellseher oder auch anders bezeichnet, sie alle können nach eigenen Aussagen die (mögliche) Zukunft voraussagen. Und dies wurde und wird von Menschen immer wieder gerne in Anspruch genommen und oft auch sehr teuer bezahlt. Man denke hier an das Orakel von Delphi oder an Nostradamus, die vielen Astrologen bzw. Sterndeuter, Hellseher oder Medien (Personen, die Botschaften von übernatürlichen Wesen erhalten). Sie alle geben gerne Auskunft über die Zukunft, wenngleich in der Regel nicht kostenlos und bei Bedarf teilweise sogar online.

Nostradamus und seine Prophezeiungen

Zu den bekanntesten Vertretern dieser Propheten gehört sicher Nostradamus, der eigentlich Michel de Nostredame hieß, von 1503 bis 1566 lebte und und im 16. Jahrhundert seine Prophezeiungen niederschrieb. Er veröffentlichte bis zu seinem Tod 7 Centurien zu - wie der Name schon andeutet - in der Regel je 100 Prophezeiungen, drei weitere Centurien sollen bereits zu seinen Lebzeiten erschienen sein, was jedoch nicht belegt ist. Manchmal findet man noch eine 11. und 12. Centurie. Dabei handelt es sich um Vorhersagen, die aus seinem Nachlass stammen und zu eben diesen beiden Centurien zusammengefasst wurden, wobei es sich hierbei nicht mehr um 200 Prophezeiungen handelt.

Wesen einer Prophezeiung

Wenn man sich Prophezeiungen ansieht, so ist zumeist eines auffallend: es fehlen konkrete Informationen. Weder gibt es einen konkreten Zeitpunkt wann das Ereignis denn eintreten soll, noch werden das Ereignis oder die Protagonisten genau beschrieben. Es bleibt also viel Interpretationsspielraum. Als Beispiel sei hier die 84. Prophezeiung der 3. Centurie von Nostradamus angeführt:

Die große Stadt wird sehr verwüstet,
Von den Einwohnern wird nicht einer übrigbleiben
Mauern, Frauen, Kirchen und Jungfrauen geschändet,
durch Eisen, Feuer, Seuche, Kanonen, sterben die Leute.

(http://nostradamus-prophezeiungen.de/centurien/centurien-frame.html)

Diese Prophezeiung trifft wohl auf jede vom Krieg betroffene Stadt zu, eine genaue Zeitangabe fehlt und somit lässt sich diese Prophezeiung schnell einem entsprechenden Ereignis zuordnen, auch aus der unmittelbaren Gegenwart und leider wohl auch in der Zukunft.

Offene Formulierungen - Notwendig oder Hilfreich

Diese offenen Formulierungen sind für die Propheten und deren Anhänger allerdings sogar gewollt - also notwendig, geben die meisten Propheten ja auch an, nur grobe Richtungen der Zukunft vorhersagen zu können. Denn einerseits seien einzelne Handlungsstränge zu sehr verwoben um einzelne Ereignisse punktgenau vorhersagen zu können und andererseits würde eine genaue Vorhersage eines Ereignisses unter Umständen den Verlauf anderer Handlungsstränge  und somit andere Prophezeiungen beeinflussen, was nicht gewollt sei. Es sei denn diese Beeinflussung wäre bereits in der Prophezeiung berücksichtigt....

Kritiker stoßen sich jedoch genau an diesen offenen Formulierungen, da diese oft unzählige Interpretationen ermöglichen und somit zwangsläufig irgendwann einmal zu einem Ereignis passen werden, v.a. wenn keine Zeitangaben erfolgen, was ja die Norm ist. Und dies sei sehr hilfreich für Propheten, denn damit hätten sie immer Recht - zumindest irgendwann und irgendwie.

Fazit

Ob man nun an Prophezeiungen glauben will oder nicht bleibt glücklicherweise jeder_m selbst überlassen, auch ob und wie viel Geld man dafür ausgeben möchte. Mir persönlich ist das Ganze eher suspekt, aber vielleicht habe ich auch noch nicht den_die richtige_n Propheten_in getroffen.

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Datum: Sa. 12.03.2016