Jetzt ist die 7 voll - Die Namen für die fehlenden chemischen Elemente sind nun offiziell

RedakteurIn: Gerald Perfler
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Wir verabschieden uns von den Elementen mit den Namen Ununtrium, Ununpentium, Ununseptium und Ununoctium. Aber nicht, weil es sie nicht mehr gibt, sondern weil sie schlicht und ergreifend einen eigenen Namen erhalten haben. Denn bei den vorherigen Namen handelte es sich nur um Platzhalter, die der jeweiligen Ordnungszahl entsprachen - auf Latein natürlich.

Von der Entdeckung bis zum Namen

Die vier neuen chemischen Elemente wurden zwar alle schon zwischen 2002 und 2010 synthetisiert, aber bis sie offiziell in das Periodensystem aufgenommen werden konnten, musste erst ein langwieriger Prozess durchlaufen werden. Denn zuerst einmal müssen die Ergebnisse von der Union of Pure and Applied Chemistry (IUPAC) bestätigt werden, was schon einmal bis zum Dezember 2015 dauerte. Dann hatten die Entdecker der Elemente bis zum Juni 2016 Zeit, Namensvorschläge für diese neuen Elemente zu unterbreiten, welche dann am 30.11.2016 nach Ablauf der Einspruchsfrist von der IUPAC offiziell bestätigt und verlautbart wurden.

Die einzelnen Elemente

Alle vier neuen Elemente wurden künstlich durch den Zusammenprall von Atomkernen in winzigen Mengen hergestellt. Sie kommen also nicht in der Natur vor und zerfallen auch sehr schnell wieder. Und alle vier sind in der 7. Periode des Periodensystem angeordnet, womit jetzt auch diese endlich vollständig gefüllt ist. Die einzelnen neuen Elemente sind:

  • Nihonium (Nh): Ordnungszahl 113; erstes Element, das von Asien benannt wurde, da es am Riken Institut in Japan entdeckt wurde; benannt nach dem japanischen Landesnamen Nihon
  • Moscovium (Mc): Ordnungszahl 115; gemeinsamer Vorschlag eines russisch US-amerikanischen Entdeckerteams (zusammen mit den Elementen 117 und 118); benannt nach dem Ort der Entdeckung (Moskau)
  • Tennessine (Ts): Ordnungszahl 117; gemeinsamer Vorschlag eines russisch US-amerikanischen Entdeckerteams (zusammen mit den Elementen 115 und 118); benannt nach dem US-Bundestaat, in dem es entdeckt wurde (Tennessee)
  • Oganesson (Og): Ordnungszahl 118; gemeinsamer Vorschlag eines russisch US-amerikanischen Entdeckerteams (zusammen mit den Elementen 115 und 117); benannt nach dem russischen Forscher Juri Oganesjan, dem Direktor des Flerow-Labors, bekannt durch die Forschung an schweren Atomen; nach Glenn Seaborg der 2. lebende Mensch, nach dem ein Element benannt wurde

Das derzeitige Periodensystem

Im Folgenden und dann im Anhang befindet sich die aktuelle Version des Periodensystem.

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Ausblick

Damit sind jetzt die ersten 7 Perioden des Periodensystems vollständig besetzt und alle Elemente mit einem Namen versehen. Das Periodensystem könnte nun mit der 8. Periode, also ab dem Element 119 fortgesetzt werden. Allerdings gibt es diesbezüglich nur Theorien und theoretische Namen, die wieder als Platzhalter dienen. Denn bisher ist noch kein einziges Element dieser 8. Periode jemals nachgewiesen worden.

 

P.S.: So wie oft ist man auch hier in der Science Fiction schon etwas weiter. In der Welt von Star Trek lauten etwa die Namen für die Elemente 121 und 145 Tritanium und Duranium.

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Datum: Mi. 25.01.2017