Eine Kulturgeschichte der Telekommunikation

RedakteurIn: Anita Eller
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Ausstellung im Zeughaus - Eröffnung am 20. Februar 2020 um 18 Uhr

Die Ausstellung im Zeughaus gibt Einblicke in die Entwicklung der Telekommunikation und lädt zur Interaktivität mit den Vorgängern der modernen technischen Kommunikationsgeräte ein.

Schriftliche Nachrichten wurden bereits im Altertum und Mittelalter durch Boten übermittelt. Gegen Ende des 15. Jh. beauftragte Kaiser Maximilian I. die Familie Taxis mit der Einrichtung von Postverbindungen. Damit begann das neuzeitliche Postwesen.
Während der Zeit der Französischen Revolution wurde von Claude Chappé der optische Telegraf erfunden. Mithilfe von zwei schwenkbaren Querbalken, die an einem hohen Masten befestigt waren, wurden mittels codierter Buchstaben Nachrichten über weite Strecken an verschiedene Stationen gesendet. Bei guter Sicht wurde dieses System in Frankreich, England und Preußen für staatliche und militärische Zwecke verwendet.

Nachbau eines optischen Telegrafen auf der Napoleonshöhe bei Sprendlingen (Rheinhessen)

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Elektromagnetische, durch elektrische Leitungen verbundene Telegrafen wurden von mehreren Erfindern entwickelt und erzielten mit dem Schreibtelegrafen von Samuel Morse in den USA den Durchbruch. Der Morsetelegraf funktioniert mit einer Codierung aus Strichen und Punkten und kann Nachrichten über große Entfernungen senden. Diese Technik wurde in Österreich zunächst als Staatsmonopol eingeführt, später war das Senden von Telegrammen für jeden zugänglich, der sich diesen Luxus leisten konnte.

Schreibtelegraf

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Im 20. Jh. wurden die Telegrafenapparate zunehmend durch Fernschreiber, die über eine Schreibmaschinentastatur bedient wurden, abgelöst. Telefax gibt es auch heute noch, Telegramme im 21. Jh. aber nicht mehr, die Telegrafie wurde durch E-Mail ersetzt.

1861 präsentierte der Physiklehrer Philipp Reis in Frankfurt am Main einen Apparat, der Sprache in die Ferne übertragen konnte. Er nannte diesen Apparat "Telephon". Die Tonübertragung durch den elektrischen Strom wurde in den Folgejahren verfeinert und 15 Jahre später meldete Alexander Bell in den USA das erste Telefon zum Patent an.

1893 wurde in Innsbruck die erste Telefonzentrale mit 30 Anschlüssen in Betrieb genommen.

Verwendete Quelle:
Broschüre "Ferdinandea" Nr. 51 (Februar - April 2020)

Die Ausstellung So fern - so nah (Eine Kulturgeschichte der Telekommunikation) im Innsbrucker Zeughaus kann vom 21. Februar bis 04. Oktober 2020 besucht werden.

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Datum: Mi. 12.02.2020