Aus längst vergangenen Zeiten - 400.000 Jahre alter Schädel in Portugal ausgegraben

RedakteurIn: Gerald Perfler
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Wann immer menschliche Überreste gefunden werden, kann man sicher sein, dass diese Funde in den Medien einen prominenten Platz einnehmen werden. Je älter diese Überreste sind, desto größer ist im Normalfall dann die Aufregung. Das ist aber nicht weiter verwunderlich, gehört das Stellen der Fragen "Woher kommen wir" und "Wohin gehen wir" doch zu jenen Merkmalen, die den Menschen von anderen Lebewesen unterscheiden. Was ist aber jetzt das Besondere an diesem Fund, handelt es sich durch nur um einen paar alte Knochen.

Der Fund

Gefunden wurden ca. 400.000 Jahre alte menschliche Schädelfragmente, sowie Steinwerkzeuge und Tierknochen. Der Fund erfolgte bereits am Ende der Grabungssaison 2014 in der Gruta da Aroeira in Portugal. Da der Schädel aber in hartem Sedimentgestein eingeschlossen war, dauerte es noch 2 Jahre, bis er freigelegt und restauriert werden konnte. Durch verschiedene Methoden konnte das Alter des Schädels auf eine Zeitspanne zwischen 390.000 und 436.000 Jahre datiert werden.

Die Bedeutung des Fundes

Die Altersbestimmung der gefundenen Schädelfragmente ergab, dass es sich bei diesem Fund um menschliche Überreste aus der Zeit des mittleren Pleistozäns (vor ca. 800.000 - 130.000 Jahren) handelt. Es handelt sich hierbei auch um den ältesten derartigen Fund Portugals sowie den westlichsten aus dieser Zeitspanne. Er ist vor allem deshalb sehr bedeutend, da er eine Kombination von unterschiedlichen Merkmalen aufweist, die ansonsten noch bei keinem anderen Fund aus dem Mittelpleistozän in dieser Art und Weise gefunden worden sind. Dies stützt die These, dass es im mittleren Pleistozän mehrere archaische Gruppen gegeben haben könnte, die neben- und miteinander gelebt haben. Diese Ansicht wird auch durch genetische Untersuchungen unserer Ahnen untermauert.

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Datum: Do. 23.03.2017