Ahnenforschung 2.0 - Matriken von Tirols Pfarren online verfügbar

RedakteurIn: Gerald Perfler
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Wer sich mit der eigenen Familiengeschichte beschäftigt, kommt in der Regel an ihnen nicht vorbei: Gemeint sind die Matriken der einzelnen Pfarren, die wichtige Aufschlüsse über Eckdaten von Personen liefern können.

Matrikenbücher

Bei den Matriken handelt es sich um 3 verschiedene Personenstandsbücher:

  • Geburtenbücher (Taufbücher): hier zeichnen die einzelnen Pfarren die Geburten bzw. Taufen in der Pfarre auf.
  • Ehebücher (Traubücher): hier zeichnen die einzelnen Pfarren die Eheschließungen in der Pfarre auf.
  • Sterbebücher (Totenbücher): hier zeichnen die einzelnen Pfarren die  Sterbefälle in der Pfarre auf.

Das Personenstandswesen

Bis zum Jahr 1938 wurden die Matriken von den einzelnen gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften im Auftrag des Staates geführt. Ab 1939 wurden sie dann von den zivilen Standesämtern in dieser Funktion abgelöst, sodass es sich bei den Matriken ab 1939 nur mehr um rein innerkirchliche Dokumente handelt, die nicht mehr frei zugänglich sind. Wer also Informationen für die Zeit ab 1939 sucht, muss sich an die entsprechenden Standesämter wenden.

Das Angebot

Wer bisher Einsicht in die Matriken erlangen wollte, musste entweder zu jeder einzelnen Pfarre gehen oder konnte diese im Tiroler Landesarchiv auf Mikrofilm einsehen. Seit Dezember 2015 gibt es jetzt noch einen dritten Weg, wie man die einzelnen Matriken einsehen kann. Denn das Tiroler Landesarchiv hat die Matriken aller Pfarren der Diözese Innsbruck, so wie jene der Pfarren des Tiroler Anteils der Erzdiözese Salzburg hier online gestellt. Dies war natürlich nur für jene Matriken möglich, die im Tiroler Landesarchiv vorhanden waren. Insgesamt warten somit über 530.000 Datensätze aus knapp 300 Pfarren auf ihre Erforschung. Und das rund um die Uhr. Dabei ist jedoch auch zu bedenken, dass es teilweise Lücken in den Aufzeichnungen geben kann und nicht alle Matriken gleich weit zurückreichen. Denn der Zahn der Zeit und die Wirren der Geschichte machen auch vor den Matriken nicht halt.

Schutzfristen

Um die Rechte noch lebender Personen zu schützen, gibt es für die Benutzung der Matriken sogenannte Sperrfristen. Für die Geburtenbücher beträgt diese 100 Jahre, für die Traubücher 75 Jahre und für die Sterbebücher 30 Jahre. Somit sind die Taufbücher bis 1915 und die Trau- und Sterbebücher bis 1938 (ab 1939 sind diese ja über die Standesämter zu beziehen) zugänglich.

Familienforschung außerhalb der Grenzen Tirols

Wen die Forschung nach den Wurzeln der eigenen Geschichte über die Landesgrenzen von Tirol hinausführt, der findet teilweise auch von anderen Archiven Matriken, die online gestellt sind. Eine gute Anlaufstelle dafür bietet die Website des ehrenamtlichen Vereins Familia Austria, in der viele Informationen rund um die Ahnenforschung sowie zahlreiche Links zu diversen Archiven und Quellen zu finden sind.

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Datum: Di. 16.02.2016